Boris Der Koch

Das Problem an dem Dasein als Koch ist, das man verrückt wird.
Gucken Sie sich in ihrem Bekanntenkreis um, jeder kennt einen Koch. Würden Sie diese Person als "normal" einschätzen? Ich denke nicht.
Köche sind meistens Personen mit zwielichtiger Vergangenheit und einer noch fragwürdigeren Zukunft. Was will man auch anderes von uns erwarten?
Wir sind stundenlang mit anderen Menschen in heißen Räumen eingesperrt, die sich alle wie in Ekstase bewegen und durcheinanderwirbeln. Durch das wilde Treiben der Akteure, durch das Aneinanderdrängen ihren Körper wird die Hitze zu einem unerträglichen, aber geliebten Laster.
Das, was dabei so unkoordiniert aussieht, ist eine perfekte Choreografie, ein eingeübter Tanz, bei dem es darum geht, ihn so galant auszuführen, dass die anderen nicht nur nicht gestört werden, sondern dass sie mitgerissen werden. Die einen rufen und schreien, die anderen klappern mit Gegenständen aneinander, deren Klang eine gewisse eigene Rhythmik zum Takt der Koposition prägt.
Das Ganze machen wir nur für die Menschen, die wir mit unseren Gaben verwöhnen wollen. Wir wollen das unsere Gäste auf dem Heimweg den Abend noch mal Revue passieren lassen, mit einem Lächeln im Gesicht das erlebte noch mal erleben und zufrieden sind.
Gäbe es da nicht die Schattenseite, die zweite Seite der Medaille, die es wie bei allem im Leben gibt. Können sie verstehen, dass man dabei nicht unbedingt normal bleibt?

Wie ich anfangs schon erwähnt habe, haben alle Köche ein düsteres und abartiges zweites ich. Etwas das man nicht beschreiben oder erklären kann. Wollen Sie mein Geheimnis kennenlernen? Ich lade Sie gerne in meine Küche ein, nehmen Sie doch bitte Platz ...